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SoftwareHeißer Tipp

T3 Code: Claude-Abo und Codex-Abo in einer App, ohne Bauchschmerzen

Meine Erfahrung mit T3 Code als Oberfläche für Claude Code und Codex, mit der ich beide Abos regelkonform nutze und trotzdem zwischen den Modellen wechseln kann.

Veröffentlicht · 3. September 2026

T3 Code: Claude-Abo und Codex-Abo in einer App, ohne Bauchschmerzen

Ich habe hier einen ganzen Artikel darüber geschrieben, warum Pi mein Coding Harness ist.

Terminal, wenige Tools, alles pluggable, keine fremde Meinung im Weg. Das gilt weiterhin.

Und trotzdem läuft bei mir privat inzwischen eine zweite App, mit Fenster, Sidebar und Buttons.

Sie heißt T3 Code.

Der Grund dafür ist weder Bequemlichkeit noch Neugier, sondern ein ziemlich unromantischer: mein Claude-Abo.

Warum ich überhaupt eine zweite App brauche

Ich hab’s im Artikel über meine LLMs für Pi schon geschrieben: Ein normales Claude-Abo ist kein Pi-Ticket.

Technisch geht das. Es gibt Workarounds, die dem Abo-Login ein fremdes Harness unterschieben. Aber das ist nicht der Weg, den Anthropic vorgesehen hat, und wenn die das als Umgehung werten, ist im schlimmsten Fall der Account weg.

Für ein paar günstigere Agentenläufe wäre mir das zu dumm.

Also blieb bisher die Wahl zwischen zwei Dingen, die ich beide nicht mochte.

Entweder Claude über die API bezahlen, was bei ernsthafter Agentenarbeit schnell eine Rechnung mit Persönlichkeit wird. Oder Claude Code nativ im Terminal benutzen und damit für jeden Modellwechsel auch das Werkzeug wechseln.

Ich arbeite privat vor allem mit Claude und Codex. Zwei Abos, zwei CLIs, zwei komplett unterschiedliche Oberflächen. Und jedes Mal, wenn ich mitten in einer Aufgabe das Modell tauschen wollte, hieß das: Session kopieren, Kontext neu erklären, von vorne.

Das ist nicht schlimm. Es nervt nur jedes Mal ein bisschen.

Was T3 Code hinten herum macht

T3 Code kommt vom Team um Theo Browne, ist Open Source unter MIT und beschreibt sich selbst als „agent harness control surface“.

Der Begriff ist sperrig, trifft es aber.

T3 Code ist selbst kein Agent. Es bringt kein eigenes Modell mit, keinen eigenen Zugang zu Anthropic oder OpenAI, keinen eigenen Login-Trick.

Stattdessen benutzt es das, was ohnehin auf meinem Rechner installiert ist: Claude Code und Codex, jeweils als offizielle CLI. Für Claude heißt der Einrichtungsschritt schlicht claude auth login, für Codex codex login. Danach spannt T3 Code die beiden ein und stellt eine Oberfläche davor.

Das ist der Teil, der mir wichtig ist.

Mein Claude-Abo läuft weiterhin in Claude Code. Mein Codex-Abo läuft weiterhin in Codex. T3 Code sitzt nur davor und redet mit den Werkzeugen, die Anthropic und OpenAI selbst ausliefern. Kein gefälschter Client, kein umgeleiteter Token.

Ob Anthropic das in einem Jahr anders sieht, kann ich nicht versprechen. Aber es ist ein völlig anderer Grad an Sauberkeit als das, was man in manchen Foren als „funktioniert doch“ verkauft bekommt.

Claude und Codex sind dabei nur die zwei, die ich benutze. T3 Code spricht inzwischen auch mit Cursor, Grok Build und OpenCode, nach demselben Prinzip: eigene CLI installieren, dort einloggen, fertig. Cursor und Grok tragen in der App noch das Schild „Early Access“, und bei mir sind alle drei ausgeschaltet, weil ich keins davon bezahle. Wer eines davon hat, bekommt es aber in dieselbe Sidebar.

Und nebenbei löst es ein zweites Problem: Wer beruflich und privat getrennte Accounts hat, legt pro Provider einfach mehrere Konfigurationsverzeichnisse an und bekommt sie in T3 Code als getrennte Umgebungen. Für mich reicht eines, aber ich kenne genug Leute, für die das der eigentliche Kaufgrund wäre.

Modellwechsel ohne Werkzeugwechsel

Der Alltagsgewinn ist dann fast banal.

Ich öffne einen Thread, wähle Claude oder Codex, wähle ein Modell, arbeite. Beim nächsten Thread nehme ich den anderen Provider. Gleiche Sidebar, gleicher Composer, gleiche Tastenkürzel, gleiche Diff-Ansicht.

Aus zwei Apps mit zwei Denkweisen wird eine App mit zwei Gehirnen.

Eine Oberfläche für alles: links Projekte und laufende Threads, in der Mitte das Ergebnis, unten Modell, Berechtigungen und Composer.
T3 Code auf dem Desktop mit Projekt-Sidebar und laufendem Claude-Agenten

Und ich merke erst jetzt, wie oft ich früher aus Faulheit beim falschen Modell geblieben bin, weil der Wechsel Aufwand war. Inhaltlich bin ich der größere Codex-Fan, das ist mein Default. Aber sobald es ans Frontend geht, falle ich jedes Mal auf die Claude-Modelle zurück. Und dieser Rückfall ist jetzt ein Klick statt ein Werkzeugwechsel.

Dazu kommen Sachen, die die nativen Apps der Anbieter für mich nicht so gut lösen:

  • Mehrere Threads parallel, sichtbar. Ich sehe in der Sidebar, welcher Agent gerade arbeitet, welcher wartet und welcher fertig ist. Im Terminal habe ich das früher mit tmux und gutem Willen gelöst.
  • Berechtigungen sind ein Regler. Vier Modi von „frag mich vor allem“ bis „mach einfach“, für beide Provider gleich beschriftet. T3 Code übersetzt das jeweils in die Begriffe, die Claude Code und Codex intern verwenden.
  • Pull Requests aus der App. Titel und Beschreibung werden vorgeschlagen, offene Reviews landen als Tabs. Ich muss zum Abschließen einer Aufgabe nicht mehr in den Browser.
  • Vom Handy aus weiterarbeiten. Über T3 Connect koppel ich mein Telefon mit dem Rechner, auf dem die Agenten laufen. Wenn der Agent mal wieder eine Rückfrage hat, muss ich dafür nicht mehr an den Schreibtisch.
  • Es kostet nichts. Keine Lizenz, kein Abo obendrauf. Das Team schreibt selbst, sie hätten das Ding gebaut, weil sie es haben wollten.
Derselbe Agenten-Thread auf dem Handy: Ergebnis lesen, Rückfragen beantworten und direkt weiterarbeiten.
Laufender T3-Code-Agenten-Thread auf einem Smartphone

Nichts davon ist Zauberei. Aber es ist zusammen so viel Alltag, dass ich die nativen Apps von Anthropic und OpenAI seitdem kaum noch aufmache. Die Modelle bleiben dieselben. Der Rahmen um sie herum ist meiner Meinung nach einfach angenehmer.

Die ehrlichen Grenzen

T3 Code ist nach eigener Aussage der Macher „very very early“. Man soll mit Bugs rechnen, und man tut es auch.

Das Team nimmt gerade auch kaum Beiträge von außen an, weil sich noch zu viel bewegt. Für mich heißt das: Ich behalte im Hinterkopf, dass die App jünger ist als die CLIs darunter, und wundere mich nicht, wenn nach einem Update mal etwas anders aussieht. Einem Kollegen würde ich sie trotzdem nicht ohne diesen Satz hinstellen.

Die zweite Grenze ist die Kehrseite des Vorteils: T3 Code braucht die CLIs. Ohne mindestens eine installierte CLI bleibt die App ein hübsches, leeres Fenster. Wer die Werkzeuge nicht ohnehin nutzt, hat hier keinen Einstieg, dafür erstmal eine Installation mehr pro Anbieter.

Dann ist da noch der Umstand, dass es kein Pi ist. Es ist nicht so weit offen, ich schreibe keine Extension, die dem Modell ein neues Tool gibt oder den System-Prompt umbaut. T3 Code ist eine Oberfläche für fremde Harnesses, kein eigenes. Wer seinen Agenten formen will, ist bei Pi weiterhin richtiger.

Bleibt der Punkt, den ich nicht kleinreden will: Die Frage, was mit einem Abo erlaubt ist, entscheidet nicht T3 Code und auch nicht ich. Das entscheiden Anthropic und OpenAI, und beide können ihre Regeln morgen ändern. So wie ich es heute lese, ist die offizielle CLI hinter einer fremden Oberfläche der saubere Weg. Wer das anders liest, soll bitte die Regeln lesen und nicht mich.

Würde ich T3 Code empfehlen?

Ja, mit einer klaren Adresse.

Wenn du ein Claude-Abo oder ein Codex-Abo hast, mit Coding-Agenten arbeitest und dabei nachts nicht über Kontosperren nachdenken willst, ist T3 Code aktuell die Oberfläche, die ich dir zeigen würde. Vor allem, wenn du beide Abos hast und den Wechsel zwischen ihnen leid bist.

Wenn du deinen Harness selbst zusammenbauen willst, bleib bei Pi oder etwas Ähnlichem. T3 Code will dir nichts überlassen, es will die Dinge, die Claude Code und Codex können, nur schöner bedienbar machen.

Und wenn du Software brauchst, die fertig ist: noch ein halbes Jahr warten.

Für mich ist es die erste App mit Fenster, die ich neben dem Terminal freiwillig offen habe.

Pi baut mir meinen Workflow. T3 Code sorgt dafür, dass ich das Claude-Abo, das ich sowieso bezahle, guten Gewissens dafür benutzen kann.

Beides zusammen ist genau die Mischung, die ich haben wollte.

Heißer Tipp

Pi bleibt mein Harness. Aber sobald das Claude-Abo mitspielen soll, ist T3 Code die Oberfläche, bei der ich nicht ständig an eine Kontosperre denken muss.

Hier gibt's das Zeug →

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